• Karin Bat

Der literarische Löwe

Astrologische Spuren in Romanfiguren. Planetare Einflüsse der Sonnen-Energie in den Werken großer Dichter – der Löwe, wie er im Buche steht.


In der fünften von insgesamt zwölf Episoden des Astrologischen Antiquariats besprechen wir drei Erzählungen von Dichtern, die im Sternzeichen Löwe geboren wurden, und deren Protagonisten deutliche Charaktereigenschaften erkennbar werden lassen, die dieser Konstellation zugesprochen werden. Unsere astrologische Betrachtung der Romanfiguren gibt tiefe Einblicke in das Wesen des Zeichens ihrer Erfinder, wie es kurze Textauszüge und Dialoge veranschaulichen. Die drei ausgewählten Literaturklassiker sind:

  • Die sieben Säulen der Weisheit von Thomas Edward Lawrence, * 15. August 1888 (Löwe) in Tremadoc, Wales, GB

  • Bel-Ami von Guy de Maupassant, * 5. August 1850 (Löwe) auf Schloss Miromesnil bei Dieppe, FR

  • The World My Wilderness von Dame Rose Macaulay, * 1. August 1880 (Löwe) in Rugby, Warwick County, EN

Der Löwe wird als einziges der Sternzeichen von der lebensspendenden Sonne regiert und verströmt wie sie Wärme und Großzügigkeit. Dabei nimmt er in seinem Umkreis auf ganz selbstverständliche Art eine beachtete Position ein, ganz unabhängig von den materiellen Verhältnissen, in denen er lebt. Darin zeigt sich seine natürliche Autorität. Der Löwe verbreitet um sich herum nicht nur Freude und Genießertum, sondern beansprucht dies auch als naturgegebenen Lebenssinn für sich selbst. Dementsprechend spielen in von Löwen geschriebenen Romanen häufig Liebesbegegnungen eine große Rolle, aber auch Machtthemen gehören zum Erzählkreis des Löwen.

THOMAS EDWARD LAWRENCE

Die sieben Säulen der Weisheit


In diesem autobiografischen Bericht geht es um den Aufstand der Beduinen gegen die Türken, den T. E. Lawrence in der Doppelrolle eines englischen Obersten und des Beraters von Emir Faisal organisiert. Die Engländer wollen die Türken als Bundesgenossen der Deutschen im I. Weltkrieg aus Arabien verdrängen. Die Beduinen hingegen verfolgen keine territorialen Interessen, sie wollen lediglich das ihnen angestammte Territorium und ihre Lebensweise erhalten. Einem Löwen entspricht eine solche Aufgabe besonders gut, denn erstens scheut er nicht den Umgang mit Mächtigen anderer Kulturen, zweitens vertraut er zutiefst auf die machtvolle Wirkung einzelner Persönlichkeiten.

Lawrence empfindet ein echtes Verständnis für die Lebensweise der Beduinen, die allesamt sehr freiheitsliebend, jedoch in Stammesfeindschaften zerfallen sind. Um solche eigenständigen Personen und Gruppen zu führen, muss der Führer selbst herausragende Eigenschaften besitzen, wenn er von allen Stämmen anerkannt werden will. Faisal erfüllt diese Anforderungen an einen Führer meisterhaft, was Lawrence allein an seiner Erscheinung sofort wahrnimmt:

»Ich fühlte auf den ersten Blick: dies war der Mann, den zu suchen ich nach Arabien gekommen war – der Mann, der die Erhebung Arabiens zu einem glorreichen Ende führen würde. Faisal machte einen sehr großen, säulenhaft schlanken Eindruck in seinen langen, weißseidenen Gewändern und dem braunen Kopftuch, das von einer scharlachroten golddurchwirkten Schnur gehalten war.«

Faisals herrschaftliches Auftreten kann auch einen Löwen, der ja selbst einen solchen Anspruch in sich trägt, tief beeindrucken:


»Seiner äußeren Erscheinung nach war er groß, geschmeidig und kraftvoll, in Gang und Haltung von einer wahrhaft königlichen Würde. Das war ihm natürlich bewusst, und bei öffentlichem Auftreten äußerte er sich am liebsten nur durch Zeichen und Gebärde. Seine ganze Art wie seine Bewegungen hatten etwas Ungestümes; er war heißblütig, empfindlich bis zur Unvernunft und unberechenbar im Zorn. Heftiger Wille und Kühnheit paarten sich in ihm mit physischer Schwäche. Sein persönlicher Zauber, seine Verwegenheit und das Rührende, das gerade darin lag, dass ein so zarter Körper der einzige Träger dieses stolzen Charakters war, machten ihn zum Idol seiner Anhänger.«


So wie die Sonne (Löwe) als Zentralgestirn die Planetenkräfte durch bewusstes Integrieren auszugleichen vermag, kann auch Faisal als »Meister der Diplomatie« die zerstrittenen Parteien zu einem Frieden heranführen: »Auch unternahm es Faisal, die einander feindlichen Stämme vor sich kommen zu lassen und ihre Fehden zu schlichten«, erzählt Lawrence. »Durch sein geduldiges Abwägen von Recht und Unrecht, durch seinen Takt, sein erstaunliches Gedächtnis gewann er Gewalt über die Nomaden von Medina bis Damaskus und weiter. Man sah in ihm eine Macht jenseits des Stammes, höher als das Stammeshaupt und erhaben über Neid und Missgunst. Die arabische Bewegung wurde in bestem Sinne national […] Und zum Haupt dieser Bewegung hatte sich kraft seiner Eignung und Fähigkeit rechtmäßig der Mann aufgeschwungen, der sich diesem Platz gewachsen zeigte.«

Seine Mission wurde in den Kreisen der Mächtigen zermalmt: Offizier und Geheimagent T. E. Lawrence, geboren 15. August 1888 im Sternzeichen Löwe

Nur einen solchen Führer, der nicht nur formal, sondern auch persönlich die ihm zuerkannte Autorität erfüllt, kann ein Löwe akzeptieren. Auch Lawrence vermag dieses herrschaftliche Auftreten angemessen zu zelebrieren. Angetan mit »prächtigen, weißseidenen und golddurchwirkten Hochzeitsgewändern«, ein Geschenk Faisals, macht er Eindruck: Niemand braucht »zu fragen, wer ich sei; denn meine Kleidung und ganze Erscheinung waren etwas Besonderes in der Wüste. Schon der Ruf, der einzige sauber Rasierte zu sein, verlieh eine gewisse Berühmtheit; und ich steigerte sie noch, indem ich immer nur reine Seide trug, und zwar von der allerweißesten (wenigstens außen), mit scharlachroter, golddurchwirkter Mekkakopfschnur und goldnem Dolch. Durch solche Kleidung betonte ich einen gewissen Anspruch, der durch die besondere Achtung, die Faisal mir offensichtlich bezeugte, noch bekräftigt wurde.«

Lawrence leidet im Zuge der Operationen weniger unter den Entbehrungen und den Kampfhandlungen als unter der Tatsache, dass er sich in der »peinlichen Lage« befindet, »zwei Herren dienen zu müssen«. Die Engländer geben den Arabern Zusagen, von denen Lawrence weiß, dass sie diese nach dem Ende des Krieges nicht einhalten werden. In seiner »ausgesprochenen Abneigung für alle Halbheiten« und mit seinem »Hang zur Aufrichtigkeit« kann er es nicht ertragen, sich den »Mantel des Betrugs« umzuhängen. Als »Hauptvertrauensmann der Araber« fühlt er durch das taktische Verhalten der Engländer seine persönliche Ehre verloren. Mehrmals sucht er um Entlassung nach, wozu er sich berechtigt fühlt, weil er der Überzeugung ist, dass »das Leben [...] eine persönliche Angelegenheit« ist und »so ganz uns selbst« gehört. Denn eine höhere Macht über sein Leben kann ein Löwe nicht akzeptieren. Aber die Engländer brauchen ihn noch wegen seiner einzigartigen Vertrauensstellung bei den Arabern und lassen ihn nicht gehen. Nur mit seiner Hilfe können sie die Türken zurückdrängen. So führt Lawrence die Bewegung ihrem »triumphierenden Ende entgegen: der Freiheit« und nimmt dann den Abschied. Sein Unvermögen, weiter für die Araber eintreten zu können, verletzten sein Gefühl für den ehrenhaften Umgang mit seinen arabischen Freunden so stark, dass er sich veranlasst sah, in die Anonymität zu gehen und nur noch als einfacher Soldat zu dienen.

CALENDARIUM ASTRUM ARTIFICIUM LEO

Die schönen Künste im Zeichen des Löwen

Emil NoldePhilipp Otto RungeAlfons MuchaAndy Warhol

GUY DE MAUPASSANT

Bel-Ami


Ein Löwe gefällt sich im Dunstkreis der Mächtigen, Schönen und Reichen, wo er sich ein interessanteres und von anderen bewundertes Leben erhofft – dieses Leben, das dem Autor selbst verwehrt blieb, idealisiert er in seinem Roman.


Den aus der Normandie stammenden Landmenschen Georges Duroy zieht es nach Paris, »um Karriere zu machen, oder vielmehr, um in Paris zu leben«. Letzteres steht bei ihm an erster Stelle, denn keinesfalls will ein Löwe der Karriere seine Lebensfreude opfern. Auch zeigt die Namenswahl für diesen Bauernsohn, dass etwas »Königliches« in ihm steckt, ganz so wie es der Löwe empfindet. (Später wird Duroy seinen Namen in du Roy teilen, und damit eine adelige Herkunft vorspiegeln.)

In Paris »hängt alles vom Selbstvertrauen ab«, versteht Duroy schnell, »man muss imponieren«, denn »die Welt gehört dem Starken. Ich muss stark sein. Ich muss über allem stehen […] dem Mutigen gehört die Welt!«

Weil das äußere Erscheinungsbild entscheidend ist um voranzukommen, ist es in Paris beinahe besser, »kein Bett zu haben als keinen Frack«. So zeigt auch Duroy »auffällige Eleganz«. Im geliehenen Frack betrachtet er sich wohlgefällig im Spiegel: »Eine warme Freude durchlief ihn […] Beim Anblick seiner selbst im Spiegel […] hatte er einen anderen, einen Mann von Welt vor sich gesehen, einen, den er auf den ersten Blick sehr beeindruckend fand, sehr elegant […] Ein unbändiges Selbstvertrauen erfüllte ihn. Mit diesem Äußeren musste er Erfolg haben, dazu kam die Entschlossenheit, der er sich bewusst war, sein Wunsch, Karriere zu machen, und seine innere Unabhängigkeit.«

Duroy, sehr »erfreut, ein so gut aussehender junger Mann zu sein, lächelte sich dann selbstgefällig zu und nahm mit einer ehrerbietigen Verbeugung Abschied von seinem Bild, wie man es von großen Herrschaften tut.«


Trotz seines Geldmangels hat Duroy »mit seinem guten Aussehen und seinem galanten Benehmen« viel Erfolg bei Frauen. Durch einen früheren Kriegskameraden bekommt er Zugang zur Pariser Hautevollee und lernt dort viele adelige Frauen kennen, etwa Clotilde de Marelle, die trotz ihrer hohen gesellschaftlichen Stellung wie »eine richtige Bohémienne« erscheint. Der Löwe liebt nämlich trotz seiner Bewunderung für die höheren Kreise den natürlichen, lockeren Umgang und lehnt alles Gestelzte und Gekünstelte ab. Außerdem kann dabei die erotische Energie frei fließen, was für einen Löwen essentiell ist, und Clotilde vermag diese Regungen in Duroy zu wecken. Die Betörende, »deren runde Brust ihn bezauberte«, lässt ihn »zittern […] vor Begierde«. Er will sie gewinnen: »Er spürte sie ganz nah neben sich […] Durch den Ärmel fühlte er die Wärme ihrer Schultern; er brachte kein einziges Wort heraus, so sehr war sein Verstand vom gebieterischen Verlangen gelähmt, sie in die Arme zu schließen. […] Er drehte sich heftig ihr zu, warf sich auf sie und suchte mit dem Mund ihre Lippen und mit den Händen ihre nackte Haut.«

Die Leidenschaften seines Protagonisten konnte der Autor selbst nie ausleben, da er durch eine Infektion mit Syphilis schwer gehandicapt war: Guy de Maupassant, geboren am 5. August 1850 im Sternzeichen Löwe

Obwohl sie brüskiert sein müsste, bittet Clotilde ihn für den nächsten Tag zu sich. Duroy, berauscht von seinem Erfolg, »ging mit überglücklichem Herzen rasch und siegesbewusst nach Hause. Endlich hatte er eine Frau erobert, eine verheiratete Frau, eine Frau aus der Gesellschaft, aus der Pariser Gesellschaft. Wie leicht und unverhofft war es gelungen! […] In den verschwommenen Trugbildern seiner Hoffnung auf Größe, Erfolg, Ruhm, Geld und Liebe sah er auf einmal, wie in einem Reigen von Statistinnen am Himmel einer Theater-Apotheose, eine Prozession eleganter, reicher, mächtiger Frauen, die lächelnd vorüberzogen.«

Im Kreise dieser Frauen und hochmögenden Gatten überkommt Duroy »eine köstliche Heiterkeit […] eine warme Heiterkeit, die vom Magen in den Kopf stieg, seine Glieder durchfloss, ihn ganz durchdrang. Ein wunderbares Wohlgefühl durchflutete ihn, ein Wohlgefühl des Lebens und Denkens, des Leibes und der Seele.« Starke Regungen wie diese sind dem Löwen ein Lebenselixier. In einem solchen Umfeld möchte Duroy unbedingt eine Rolle spielen: »Er verspürte Lust zu sprechen, sich hervorzutun, angehört und geschätzt zu werden wie diese Männer, deren geringste Äußerungen man hochachtungsvoll auskostete […] Vom Wein und vom Wunsch angeregt, zu gefallen, sprach er mit einem gewissen wichtigtuerischen Eifer.« Da er im Gespräch »eine gewisse Überlegenheit« zeigt, kommt er gut an.

Obwohl Duroy keinerlei Vorbildung hat, wird er von dem mächtigen Zeitungsbesitzer Walter zu einem Vorstellungsgespräch geladen. Duroy fühlt sich »wie emporgetragen vom bebenden Ansturm des Glücks«. Noch weiß er nicht, welch große Karriere ihm bevorsteht, einschließlich der Heirat mit der Tochter des hochmögenden Verlegers, aber schon jetzt fühlt er sich auf der Höhe seiner Möglichkeiten: »Siegestrunken leerte Duroy sein Glas in einem Zug. Es schien ihm, als hätte er jetzt ein ganzes Fässchen austrinken, einen Ochsen verzehren, einen Löwen erwürgen können. Er spürte in seinen Gliedern eine übermenschliche Kraft, unbezwingliche Entschlossenheit und unendliche Hoffnung im Herzen. Von nun an war er im Kreis dieser Menschen zu Hause, er hatte darin eine Stellung, einen Platz erobert. Mit neuer Sicherheit ruhte sein Blick auf den Gesichtern.«

BABYLONISCHE STERNKUNDE

Das Hexagesimalsystem und der Zodiak

12 = 6 x 2 / 36 = 6 x 6

MADAME ROSE MACAULAY

The World My Wilderness


In ihrem sehr anspruchsvollen Roman erforscht die Autorin die geistigen Dilemmata der Nachkriegszeit, in der die ganze Welt zu einer Wildnis geworden scheint.


Helen Michel, Mutter von drei Kindern, möchte sich nach den vielen Entbehrungen des Krieges endlich wieder dem Leben zuwenden und zieht auf den Landsitz ihres zweiten Ehemannes in der Provence, der im Krieg als Kollaborateur von der Résistance ermordet wurde. Es ist ein herrliches ländliches Anwesen, auf dem Helen ihre Tage in »unbefangener Sorglosigkeit« verbringt.

Trotz der Trauer um ihren Mann gibt sich Helen dem Lebensgenuss hin, indem sie sich mit schönen Dingen umgibt, denn mit den Schattenseiten des Lebens beschäftigt sich ein Löwe äußerst ungern. Ihr Tisch ist beladen mit »einer Sammlung vermischter Genüsse – griechische Dramen, französische Novellen, Spielkarten, Schachbrett, Gläser und Flaschen – wie wenig sah sie doch nach einer französischen Witwe aus in ihrem dunkelgelben Leinenkleid und ihrer lässigen Miene.« Alle ihre Tage haben einen »sich langsam bewegenden, früchtefallenden Grundton.«

Da der Löwe eine tiefe Beziehung zum Heidnischen hat, weil er im Ruralen die ursprüngliche Lebenskraft verortet, liegt Helen am liebsten »in der Hängematte im Garten, inmitten von Oleandern und Statuen«, »sich rekelnd mit dem Buch in einer Hand, ihre glimmende Zigarette in der langen, bernsteinfarbenen Spitze in der anderen.«

Sie ist »eine wirkliche Lady«, eine gutaussehende Mitvierzigerin, »eine große, hübsche, verschwenderische, selbständige und müßige Frau«. Ihre Schönheit bedarf keines großen Aufwandes, sie kommt in aller Natürlichkeit zur Geltung: »Sie trug ihre Kleider, als ob sie nicht wüsste, was sie anhatte, oder als ob es ihr unwichtig wäre – und sah immer großartig aus. So etwas wie eine Göttin im Leopardenfell! Oder möglicherweise wie Kleopatra. Von nachlässiger, träger Pracht.«


Auch wenn eine Löwefrau gerne Schmuck und schöne Stoffe trägt, zeigt ihre selbstbewusste Lässigkeit, dass es ihr weniger um die Staffage, sondern vielmehr um die Persönlichkeit geht:

»Sie war eine große Frau, langbeinig, mit den niedrig angesetzten vollen Brüsten, der festen, robusten Taille und den würdevollen Hüften der Venus von Milo, der Nacken eine kräftige, gerundete Säule, die einen feinen, volldunklen Kopf mit klassischen Gesichtszügen trug, ein volles Kinn, eine gerade Nase, einen breiten, sinnlichen Mund und spöttische Augen. Mit griechisch-iberischem Haarschmuck und großen beschlagenen Ohrringen wäre sie fast wie eine Lady von Eleusis; aber sie hatte viel mehr Humor und viel weniger Mystizismus in ihren schmallidrigen, lohfarbenen Augen und ihren großen, gekräuselten Lippen. Sie besaß Schönheit […], diese Art sicherer Stattlichkeit, die auch in den Vierzigern ungeschmälert, faltenlos, unangefochten bleibt und immer noch ihren Magnolienschimmer behält.«

Jedem Löwen, egal, ob Mann oder Frau, kommt es entgegen, wenn er seine natürliche Autorität durch körperliche Imposanz betonen kann.

Dame Rose Macaulay, geboren am 1. August 1880 im Sternzeichen Löwe, entwirft in »The World My Wilderness« (1950) einen »Löwetraum« von materieller Sicherheit: Sie war nie verheiratet und verlor beim Bombardement Londons im II. Weltkrieg ihren gesamten Besitz, sodass sie wieder bei Null anfangen musste

Helen ist der Ansicht, dass man »so viel Gutes ergattern muss, wie daherkommt. So liege ich hier in der Sonne und genieße das von mir gewählte Leben und seine Vergnügungen, so lange ich kann.« Dabei schert sie sich – wie jeder selbstbewusste Löwe – nicht um Regeln und Konventionen. Sie scheut sich nicht, »ihren Wünschen bis in jedes verbotene Terrain« hinein zu folgen. Sie hat schon immer jede Gelegenheit genutzt »sich bietenden Vergnügungen nachzugehen«, einmal, weil es ihr geradezu »panische Angst macht, gelangweilt zu werden«, zum anderen, weil sie »schon immer genau das getan hat, was sie wollte.«

Und wenn sie etwas will, lässt sie sich – ganz dem Machtanspruch des Löwen folgend – von niemandem abhalten: »Zu versuchen, ihr entgegenzutreten wäre so, wie wenn man eine Naturkraft vom Kurs abbringen wollte.« So tritt Helen »sehr herrscherlich« auf, mit einer »Kraft, Menschen durch ihre schlichte Präsenz zu dominieren.« Wenn sie ihre Umgebung wahrnimmt, muss sie feststellen, dass dieses ruhevolle und genussvolle Leben nicht selbstverständlich ist, was sie sehr bedauert, denn »alles, was sie vom Leben zu fordern schien, war, dass man sie in Ruhe ließ, um eine bequeme, ironische Hedonistin zu sein.«

ASTROLOGISCHER LESEZIRKEL

ARIES ― TAURUSGEMINICANCER ― LEO ― VIRGOLIBRA SCORPIUS ― SAGITTARIUS ― CAPRICORUS ― AQUARIUS ― PISCES


Weitere Werke von Löweautoren, deren Protagonisten typische Eigenschaften ihres Zeichens aufweisen und aus Sicht der Astrologie Lesevergnügen bereiten, sind:


Aphrodite. Eine Feier der Sinne von Isabel Allende (* 2.8.1942)

Sturmhöhe von Emily Jane Bronte (* 20.8.1818)

Ich Claudius. Kaiser und Gott von Robert von Ranke Graves (* 26.7.1895)

Mein Weltleben von Peter Rosegger (* 26.7.1843),

Prinz Löwenherz von Sir Walter Scott (* 15.8.1771)


Vorschau

Die nächste Episode des Astrologischen Antiquariats steht im Zeichen der Jungfrau und geht am 21. August 2021 online. Wer zeitgerecht erinnert werden möchte, registriert sich für unsere Rubrik Einsichten oder abonniert uns auf Facebook. Besprochen werden die Romane Ein ruhmreicher Sieg von Taylor Caldwell, Geschichte der Abderiten von Christoph Martin Wieland und Die erleuchteten Fenster oder Die Menschwerdung des Amtsrates Julius Zihal von Heimito von Doderer.

Über diese Studie Die Präposition, dass ein Geburtshoroskop eines Künstlers Auswirkungen auf sein Schaffen zeigen kann, und sich mitunter in seinen Werken widerspiegelt, ist der Ausgangspunkt dieser umfassenden Studie, für die 72 Romane von Löweautoren sondiert, gelesen und astrologisch interpretiert wurden.


Über die Autorin

Karin Bat, Jahrgang 1953; geboren und aufgewachsen in Ostwestfalen; Studium der Literaturwissenschaft, Theologie Philosophie und Wissenschaftsjournalistik; berufliche Tätigkeit in der Erwachsenenbildung und im Verlagswesen; seit 1992 in Österreich beheimatet; eingehende Beschäftigung mit Jungianischer Psychologie und dem Tarot; Beratungen, Seminar- und Vortragstätigkeit.


Karin Bat

Astrologin, Theologin, Philosophin

Auf der Alm 1

A-2500 Baden bei Wien

GSM +43 (0) 664-863 01 22

E-Mail: k.bat@gmx.at

© 2021 Karin Bat | Epiphany | Institut für Kulturgeschichte, Leipzig

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